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November 2, 1998.
Windows 2000; Ausgesuchte Gerichtsnotizen; Hallo, Microsoft am Apparat; Linux MediaPlayer
Wie wir es schon am 22ten Juni vorhersahen, wird Windows NT 5 als Windows 2000 vertrtieben werden. Es wird 4 Versionen des neubenannten Win2K geben: Windows 2000 (Windows 98 Nachfolger); Windows 2000 Professional (NT Workstation Nachfolger); Windows 2000 Server (NT Server Nachfolger) und Windows 2000 Advanced Server, eine Ersatz für NT Enterprise. Ein neues Spitzenbetriebssystem, welches auf den Markt von Unix zielt, wird drei bis vier Monate nach den anderen Versionen ausgeliefert. Das ergibt natürlich eine neue Frage: Was wird schlimmer, Jahr2000-Datumscrash oder Windows 2000?
Quellen, die mit der Firma gutgestellt sind, besagen, daß Windows 2000, Office 2000 and Internet Explorer 5 derart voneinander abhängig sind, daß alle drei
Produkte (mit insgesamt neun Kombinationsmöglichkeiten) zum selben, bisher noch nicht bekannten Zeitpunkt veröffentlicht werden. Da wir Miscrosoft kennen, treiben wir das Ganze noch ein Stück weiter und behaupten, daß der "Riese" sie nicht alle zum selben Zeitpunkt ausliefert, sondern sie alle als Windows 2000 "integrieren" und den Wurf dann alss Paket für 3500 Dollar verkaufen wird. Zukünftige Innovationen werden Produkte, wie BackOffice, Encarta, Visual Basic und IntelliMouse dem Paket einfügen, so daß der Riese das Ganze 'Microsoft Box 2004' nennen muß und es für 10000 Dollar verkaufen wird. Das würde das gesammte Marketing der Firma bündeln, da sie nun nur ein Produkten zu bewerben hätte.
NOTIZEN AUS DEM VERHANDLUNGSSAAL: US Bezirksrichter Richard Stearns entschied, daß zwei College Professoren nicht dazu gezwungen werden können, die mit Netscape Angestellten geführte Interviews aufgenommen haben, diese an Microsoft zu übergeben. Die Interviews, welche von Professor David Yoffie von der Harvard Universität und Michael Cusumano vom Massachusetts Institut für Technologie aufgenommen wurden, wurden für ein Buch mit dem Arbeitstitel "Konkurrenz im Internetzeitalter: Lektionen von Netscape und seinem Kampf gegen Microsoft" gemacht.
Das Gerichtsministerium führt einen weiteren Schlag gegen Microsoft, indem es Zugang zur Verkaufsdatenbank des Unternehmens forderte. Microsoft gab bereits
Auudrucke der Dateien an die Anwälte, die aber offensichtlich gefälscht waren. Die Informationen in den 4GB Dateien sollten wertvolleres Beweismaterial über die Einkünfte der Firma, die bei den Lizensierungen der Schlüsselproduzenten entsanden sind, abgeben. Microsoft beanstandete den Vorgang, da es die Gerichtsbehörden mit teurer Hardware versorgen muüsse, um die Dateien einsehen zu können, was das Gericht konterte, indem es verlangte die Dateien im Redmonder Hauptquartier von Mocrosoft einsehen zu dürfen, da diese Hardware dort schon vorhanden ist. Richter Jackson stellte
sich auf die Seite der Staatsanwälte. Er sagte, die Informationen, die Microsoft zur Verfügung stellte, ergeben keinen Sinn und gab den Anwälten vollen Zugang.
Microsoft verbesserte sein ohnehin schlechtes Ansehen in der Presse. Es legte einen Fall zu den Akten, der gegen einen Computerjournalist geführt wurde. Microsoft klagte gegen C|Net News.com Reporter Dan Goodin, da es Unterlagen, die in seinem Artikel vom 23ten September ('Microsoft's Holy War on Java') zitiert wurden, zurückfordert. In dieser Kolumne zitierte Goodin Beweismaterial im Fall Sun gegen Microsoft, das noch nicht veröfentlicht war.
In seinem Eröffnungsplädoyer kritisierte Microsofts Chefanwalt die Regierung als "Netscape's Spieler", der reingenommen wurde, um die Firma vor einem scharfen - aber korrekten - Konkurrenten zu beschützen. Daraufhin bezeichnete er das
Gerichtsministerium als eine Gruppe von "Lächerlichen", die einen perönlichen Feldzug
gegen Bill Gates führten, indem sie E-Mail zerstörten und Beweise aus dem Zusammenhang bringen würden. Im weiteren Verlauf verteidigten die Anwälte die Integration von IE in Windows und spielten ein Treffen von 1995 als Trumpf aus, in dem Netscape gebeten wird, kiene Produkte für Windows herzustellen.
Nach den Eröffnungsplädoyers riefen die Staatsanwälte Netscape Chef Jim Barksdale in den Zeugenstand. In seiner Aussage erklärte Barksdale wie 1995 Microsoft versuchte eine Übereinkunft mit dem Internetdurchstarter Netscape zu erzielen. Die beiden Unternehmen hatten sich mehrmals in dem Jahr getroffen, um technische Standards zu diskutieren, so auch am 21 Juni. Aber in diesem Treffen tat Microsoft etwas Unerwartetes. "Sie schlugen vor eine Grenze zwischen dem Bereich in dem wir agierten und ihrem Markt zu ziehen.", gab Barksdale zu Protokoll. "Ich habe in meiner 33-jährigen Laufbahn als Geschöäftsmann noch nie einen Konkurrenten so unverholen sagen hören, wir sollten nicht wieter mit ihm konkurriren oder er würde uns beseitigen." Barksdale sagte außerdem aus, Microsoft habe angeboten, in Netscape zu invetieren, um ihm das Geschäft schmackhafter zu machen.
Um Braksdale's Aussage Nachdruck zu verleihen, brachte Staatsanwalt David Boies eine Reihe von Dokumenten ein, die Microsoft schwer belasteten. In einem dieser Dokumente - einem E-Mail vom 31ten Mai 1995 - gibt Microsoft Vorsitzender Gates seiner Hoffnung für das Zustandekommen einer Art von Vereinbarung mit Netscape Ausdruck. Fr. Warden griff daraufhin Barksdale an. Sie sagte, das Netscape die Aufzeichnungen über das 1995er Treffen gefälscht habe, um sie im Falle eines Antitrust-Verfahrens gegen Microsoft gegen den Riesen verwenden zu können. Das ist eine unglaubliche Voraussicht, da dies ja bedeuten würde, daß Netscape's führende Köpfe schon seit 1995 ein Antitrust-Verfahren gegen Microsoft geplant haben. Die Verteidigung konterte dies mit der Tatsache, daß Netscape nicht einmal seine ANwälte über den Vorfall verständigt habe, bis im selben Jahr ein Geschäft mit Compaq aufgrund von Druck aus Microsofts Richtung platzte.
Andere Zeugen zeigten Microsofts Trend zum Erpressen von PC Herstellern und Internet Providern, die Unterstützung für Netscape Produkte zu unterlassen, auf. Ein offizieller eines Internet Providers, Earthlink, beschrieb die Verhandlungen mit Microsoft als "mittelalterlich", was bedeute, der König (Microsoft) sagt was er will und man habe zu gehorchen. Die Seniorvizepräsidentin Netscape's, Roberta Katz, zitierte ebenfalls Earthlink-Offizielle in einem E-Mail vom August 1996. Sie sagte Microsoft sei in seinen Ausführungen "Netscape zu zerschmettern" sehr direkt gewesen. Earthlink unterzeichnete trotzdem mit Microsoft, da es die Verbindung zu Microsoft's Verteiler-Channel aufrecht erhalten müsse, um den Verkauf seines Betriebssystems zu sichern.
In anderen Nachrichten von Internet-Providern an Netscape, wird deutlich, daß Microsoft den ISP's ungeheure Summen Geld anbietet, um auf Internet Explorer umzusteigen und die kostenlosen Produktupgrades Microsoft's zu bewerben. Die ISP's beschwerten sich aber auch über Microsoft's Bedingungen: Einstellen des Supports für Netscape Produkte und IE-Logos auf ihren Startseiten im Internet.
In der Zwischenzeit im ANDEREN Verfahren gegen MS - Microsoft vs. Sun Microsystems - wurde fünf verschieden Dokumente über diesen Fall vom Gericht freigegeben. Eines dieser Dokumente, offensichtlich eine Art Memo von Bill Gates, besagt, daß "...Java mich zu Tode erschreckt." Eine anderes Dokument wird zittiert: "..ohne Java wieter mit Windows zu verschmutzen, setzen wir uns hochkompatiblem Programmquelltext für andere Plattformen aus." Die Veröffentlichung oben genannter Dokumente macht den Weg, für eine einsweilige
Verfügung von Richter Ronald Whyte im Sinne von Sun, frei. Dieses Beweismaterial wird zweifelos auch das Verfahren der Regierung gegen MS voranbringen.
Ein neuer IE-Bug wurde von Juan Carlos García Cuartango, einem spanischem Webprogrammierer, entdeckt. Er erlaubt JavaScript in einer Seite praktisch jede Datei von der Festplatte des Benutzers zu entwenden. Der Angreifer muß nur den Pfad der Dateien kennen, was aber nicht zu schwierig ist, da die meisten User den Standardpfad bei der Programminstallation beibehalten. Microsoft nahm dies zur Kenntnis und brachte einen Patch heraus. Benutzer, die Probleme beim Download des Patches von Microsofts überfüllter Site haben, können das Problem lösen, indem sie active scripting abstellen. Dieses Sicherheitsloch ist eine Folge der Veränderungen Microsofts in JavaScript und HTML als Teile des neuen Dynamic HTML von IE 4. Das Problem ist also nur auf Version 4 des IE beschränkt.
Da Microsoft die Dominanz in der PC Branche langweilt, gab es die Produktion eines schnurlosen Telefons für Windows PC's zum Preis von 199 $ bekannt. Das neue Microsoft Cordless Phone System hat ein normales schnurloses Telefon mit einer Basisstation, die am PC angeschlossen wird. Die mitgelieferte Software bietet Spracherkennung, Voicemail, Anrufbeantworter und Anrufererkennung. Das Produkt wird wahrscheinlich im November ausgeliefert. Es arbeitet auch mit Outlook Express Mailbosen. Zukünftige Versionen von "MSPhone" werden möglicherweise in WinCE intergriert werden. Tschüß Bell, Hallo Bill.
Eine Studie der International Data Group Copr. zwigt, daß Oracles Gewinne von NT Datenbanken stärker wachsen als die von Microsoft. Oracles Anteil am 1,1 Mrd. Markt für NT Datenbanken ist 35,7 % ( 393 Mio. $), MS hatte (30,4 % (335 Mio. $). Von 1996 bis 1997 wuchsen Oracles NT Datenbanken-Lizensierungen um 87,2 %, bei MS nur um 56,7%. Trotzdem verkauft MS mehr Lizensen, obwohl Oracle mehr Geld dabei macht.
Ein ähnlicher Bericht von Zona Research, bezeugt IE, der führende Browser auf Heimcomputern zu sein, wohingegen Berufssurfer Netscape Produkte bevorzugen. Netscapes Zuwachs in diesem Gebiet auf 60 % liegt hauptsächlich in Netcapes Entscheidung, seine Browser kostenlos zu verteilen, begründet. Nebeinbei bemerkt, benutzen 85 % der Berufssurfer, die IE benutzen, den Browser nur, weil ihre Firma es von ihnen verlangt.
Microsoft veröffentlichte vollkommen unerwartet eine Linux-Version seines MediaPlayer auf seiner Homepage. Laut MS geschah dies auf Verlangen der Kunden, MediaPlayer eine breite Kompatibilität auf anderen Plattformen zu verleihen. Das ist aber eher unwahrscheinlich. da Linuxbenutzer eher über MS-Produkte schmunzeln. Es ist weitaus wahrscheinlicher, daß einer beim Riesen rumprbiert hat und an der Solaris Version von Mediaplayer rumgedoktort hat, um zu sehen, ob es auf Linux laufen würde. Andere Portierungen in diesem Umfang sind nicht zu erwarten.
Anfang des Monats liefete MS Version 6 seines Java Development Kit aus. Neue Features sind u. a. "verbesserter Datenzugriff" und Tools für die Erschaffung von ActiveX Controls. J-- 6.0 kostet als Stadardausgabe 109 $, die Professional Version 550 $.
Am 8ten Oktober gab MS offiziell die Veröffentlichung von Windows CE 2.11 und einer neuen Linie von Handheld-PC's bekannt. Die neuen noch größeren (!) Geräte unterstützen kabellose Network Karten und ander Stromfresser, die normalerweise nicht im Handheld Bereich benötigt werden. Die neuen Win CE Systeme werden frühestens im Frühjahr 1999 in den Läden stehen.
MS machte eine großen Wirbel um Dell's Firmenweiten Umstieg auf NT. Nicht jeder bei Dell war davon so beeindruckt. Jemand von Dell sagte, die Firma wolle auch bei anderen verlässlicheren Produkten bleiben, wie Novell Netware und NDS.
Zur großen Erleichterung aller entschied MS die Veröffentlichung seiner Steuern-Software zu verschieben. TaxSaver habe einige "technische" Schwierigkeiten zu überwind, bevor es auf den Markt kommen dürfe. Dies ist eine weise Entscheidung, da die meisten Benutzer derartiger Software nicht besonders viel von Fehlern halten. Da der Markt für diese Softwareart sehr groß ist, wird MS es wahrscheinlich so bald wie nur möglich wieder versuchen.
Auf der pathetischen Microsoft Site (Microsoft.com) wurde neulich ein Link zu einem Year 200 Inspektions Programm gefunden. Da fragen wir uns,
ob MS ein schlimmeres Problem als das Y2K Problem gefunden habe...
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