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Die Microsoft Boykottkampagne - Auf Deutsch

Vorhergehende WocheArchives November 09, 1998.

MsLinkExchange; Halloween I, II & III; Windows2000(TM); Bill Gates' Video Aussage

Die größte Übernahme Microsofts seit dem Kauf von Hotmail im Dezember, hat MS nun das private LinkExchange Untermehmen für geschätzte 250 Mio. $ in Wertpapieren gekauft. LinkExchange, Hauptwerbefläche für die MSBC bis letzten Donnerstag, bietet Werbemöglichkeiten, Zähler, Mailinglisten und andere Dienstleistungen für mehr als 800000 Seiten im Netz. Die meißten Analysten (wie auch NewsSource) gleuben, MS hat die Firma nicht wegen ihrer Umsatzä gekauft, sondern um Werbung für MSN machen zu können - LE Werbung wurde in den letzten 6 Monaten von 42% der Netzbenutzer gesehen. Wenn du oder einer der 22 Mio anderen LE Betrachter ab jetzt das LinkExchange Logo klicken, wird er im MSN Loop landen (besser gesagt abgeladen).
Der Kauf von LE erhöht auch MS Einfluß auf kleine Unternehmen, da 3 Viertel aller LE-Seiten von Kleinunternehmern betrieben werden. Theoretisch könnten Unternehmen, die verschiedene LE Dienstleistungen wie ListBot, FastCounter oder Merchant Planet nutzen, auch in MS Software wie FrontPage oder SiteBuilder Network interessiert sein. Organisationen, die LE benutzen, sollten sich auf eine Flut von Werbe-E-Mails und "tollen" Angeboten gefasst machen. Zumindest nutzen wir nicht ListBot für unser Newsletter (andernfalls würdet ihr das jetzt vielleicht nicht lesen).

Wer glaubt nur Vampire wollen Blut sehen, der sollte sich die internen Memos von MS Ingenieur Vinod Vallopillil durchlesen. Die Memos - Helloween 1, 2 & 3 - wurden letzten Monat auf der Seite von Eric Raymond, einem Open Source Aktivisten, veröffentlicht. Sie stellen Linux und andere Open Source Software eindeutig als eine Bedrohung für Microsofts Markt dar. Die Dokumente zeigen auch verschiedene Wege auf, diese Bedrohung zu eliminieren. Zitat: "OSS (Open Source Software) Projekte haben in weiten Bereichen der Server Anwendungen Fuß gefasst, da sie eine breites Anwendungsspektrum einfacher Protokolle darstellen.", so eine der Notizen. "Wenn wir diese Protokolle erweitern und neue Protokolle entwickeln, können wir OSS Projekten den Zugang zum Markt behindern." Kurz gesagt bedeutet das, daß wer einen Computer benutzen wiil, MS Software benutzen muß. "Microsoft muß über die Standardprotokolle hinaus innovieren. Wir würden verlieren, wenn wir dies nicht tun würden und wir würden nicht in der Lage sein Probleme zu bearbeiten, die andere Leute bearbeiten können, wenn wir die Standardprotokolle verwenden würden.", bescheinigt Ed Muth, Manager von Microsofts Enterprise Marketinggruppe. Aber Vorsicht! Es ist eine Standardtaktik von MS etwas als für den Anwender vorteilhaft darzustellen, dessen einziger Effekt aber nur eine weitere Tentakel, die nach der totalen Kontrolle des DV-Marktes strebt, ist. Wie schon der Titel von Eric Raymonds Seite sagt "Damit Microsoft gewinnen kann, muß der Anweder verlieren.".
Das Bemerkenswerte an den Halloween Memos ist aber nicht die Darstellung aggressiver Taktiken, sondern Vallopillil's Einlassungen im zweiten Dokument, die besagt, daß Linux und die Open Source Bewegung eine Bedrohung für MS darstellen. Das ist genau das Gegenteil der offiziellen Haltung Microsofts, die Linux' Bedeutung herunterspielt und behauptet Fortune 1000 Firmen hätten kein Interesse an Open Source Software. MS ist bekannt keine Begabung zu haben, wenn es um die Analyse von Trends und deren Folgen geht geht. Eine Gutes Beispiel wäre Microsofts Haltung zum Internet bis 1995. Die Ignoranz Linux gegenüber zeigt den selben Mangel an Talent auf. Die Existenz der Halloween Memos könnte ein Zeichen für eine Kursänderung sein.
Microsofts Reaktion auf die Memos ist indifferent. Den Memos wird zwar Echtheit bescheinigt aber MS Repräsentant Adam Sohn sagt, "Es ist nur ein Schreiben das für das Management aufbereitet wurde. Man benutzt ständig solche Dokumente." Natürlich wurde auch klargestellt, daß Herr Vallopillil's Standpunkt auf keinen Fall offizielle Firmenpolitik darstelle.

Hier können die Halloween Memos gelesen werden www.tuxedo.org/~esr/halloween.html , www.opensource.org/halloween2.html und www.opensource.org/halloween3.html .

Vor zwei Wochen gab MS bakannt, daß sein neues, bisher NT 5.0 genanntes, Betriebssystem Windows 2000 heißen wird. Anscheinend hat MS eine Seite im Netz, die seit 1996 den selben Namen trägt und geschützt hat, übersehen: www.windows2000.com. Wie immer sieht MS keine Probleme mit dem neuen Namen. Win2K Manager Craig Beilinson sagt: "Wir haben seit 1995 Windows nach dem Jahr genannt.", und behauptet der Name enthalte nur eine Versionsnummer. Der Betreiber der Webseite hat nicht vor Gebühern zu verlangen (vermutlich aus Angst vor der Gegenreaktion), ist aber darüber verärgert, daß ihn MS nicht einmal kontaktiert hat, um um Erlaubnis zu fragen, den Namen zu nutzen. Auch mit Internet Explorer hat MS eine ähnliche Aktion hitersich gebracht, indem es den Namen vermarktet hat trotz des Tardemarkchutzes durch eine andere Firma. Ähnlich lief es mit Windows NT und Northern Telekom. Wie es aussieht wird MS auch diesmal wohl seinen Willen durchsetzen - mit allen fünf Versionen (wir zählen noch immer) von Windows 2000.

NOTIZEN AUS DEM VERHANDLUNGSSAAL: Nachdem die Aussage von Jim Barksdale, dem Netscape Vorsitzenden, kompletiert wurde, ruft der Staat nun David Colburn, den Chef von America Online in den Zeugenstand, um zu Erklären, warum seine Firma Internet Explorer Netscape's Navigator vorzog. Er sagte, daß AOL bereit war mit Netscape einen Vertrag zu schließen, bis sie erkannte, wie vernichtend Microsofts eigener Internetdienst für AOL sein kann: " Da MS der größte Anbieter von Betriebssystemen war, hatte es einen potentiell entscheidenden strategischen Vorteil gegenüber anderen ISP's wie AOL, da MS die Möglichkeite hat MSN mit Windows zu verknüpfen und das MSN Logo an eine günstige Stelle auf dem Desktop zu platzieren.
Netscape war bereit eine spezielle Version seines Browsers nur für AOL zu produzieren. AOL entschied sich jedoch für IE, da MS dies im Tausch für eine gute Postion auf dem Windows Desktop verlangte. "AOL war Microsofts virtueller Exklusivitäteinverstanden - das wäre nie der Fall gewesen, wenn AOL eine Platzierung auf dem Desktop nciht für so entscheidend gehalten hätte", sagte Colburn aus. Er sagte auch aus, das der Vertrag mit dem Giganten AOL daran hindere für Netscape Produkte zu werben, obwohl sie tief im Inneren der AOL-Seite zum Download bereit stehen.
Nachdem Colburn's Befragung letzten Donnerstag abgeschlossen wurde, zeigte das Gericht Ausschnitte von Bill Gates' Videoaussage für die Jury. Die Ausschnitte (die an die Befragung von Präsident Clinton erinnern) zeigen einen angespannten Gates in der Defensive, der jedes Wissen über Drohungen, illegale Aktivitäten, Verfolgung, Kommunikationen und (scheinbar) überhaupt Aktivität innerhalb Microsofts abstreitet. Er behauptet sich nicht an die dutzenden von E-Mails, die als Beweis gegn ihn vorgebracht werden zu wissen, er habe keine Kenntnisse über Übereinkünfte mit Apple bezüglich Internet Explorer und er trage keinerlei Verantwortung für Produkte, die für den Mac produziert wurden. Der Vorsitzende Richter Thomas Penfield Jackson drehte sich an einer Stelle des Videos weg und schüttelte amüsiert den Kopf. Nach der Vorführung sagte MS Anwälte Gates habe alle Fragen wahrheitsgemäß beantwortet und das Gericht würde die Videos nutzen, um Bill Gates zu Demonisieren, als ob das dessen Aktivitäten nicht schon getan hätten.
Als der Fall erneut aufgenommen wurde, kam Avadie Tevanian, Senior Vize Software Entwicklung bei Apple, in den Zeugenstand. Sie sagte aus, MS habe Apple erpresst, die Entwicklung ihrer QuickTime Multimediasoftware einzustellen. Im Tausch dafür, würde MS Apple den viel kleineren Markt für Videobearbeitungssoftware überlassen. Als Apple dieses Angebot ausschlug, bedrängte MS andere Firmen, die Nutzung von QuichTIme einzustellen. Tevanian sagte, da MS began verschieden "Fehler" in diversen Programmen zu erfahren, die QuickTime dazu brachten langsam, mit schlechter Auflösung oder überhaupt nicht mehr zu laufen. Als Apple Programmierer MS kontaktierten, um die Probleme zu erötern, sagte man ihnen, man würde die Produktion von Office für Mac einstellen, wenn Apple MS nicht erlaube 150 Mio $ in die Firma zu investieren und IE der Standardbrowser unter MacOS werde.

Eine Transkrition der Videoaussage von Gates gibt es unter www.usdoj.gov/atr/cases/f2000/2051.htm .

Microsofts WebTV hat Pläne zur Implementierung von Java in seine TV-Internet Boxen aufgegeben. Das Unternehmen hat schon seit seiner Gründung öffentlich Verlauten lassen, Java endlich zu implementieren, aber seit der Übernahme durch Microsoft im April 1997 ist darüber nicht mehr viel gesagt worden. WebTV's Steve Perlman verteidigte die Entscheidung. Er argumentierte, Javaimplementation würde 20 % zum bisherigen Kaufpreis der Box hinzufügen (die Leute zahlen 200$ dafür aber 240$ würden sie nicht bezahlen???). Perlman fügte hinzu, die Leute würden durch Java nur verwirrt, zukünftige auf WinCE basierende Versionen der Box könnten aber trotzdem Java unterstützen. In einer ähnlichen Bemerkung von WebTV hieß es, die Unterstützung von MS Konkurrent RealNetworks werde eingestellt, man benutze nur noch die ein Jahr alte Version 3 Software von Real. Der Mangel an Unterstützung von Standards, Java, Kosten, Unfähigkeit Frames darzustellen könnte die Kunden dazu bewegen, zur Konkurrenz von AOL NetChannel zu wechseln.

In Kürze:Nachdem am 23. Oktober dieses Jahres darüber in News.com berichtet wurde deaktivierte MS ein Seite, die Sicherheitsinfos von 108000 Anwendern preisgab. Die Seite, auf der Money-Nutzer auf Money 99 aktualisieren konnten, benutzte ein unsicheres Formular, um die Daten des Benutzers zu erheben. Diese konnte man einfach im Quelltext des Dokumentes einsehen. MS schaltete die betreffende Seite am gleichen Tage ab und startete sie mit Verbesserungen am darauffolgenden Montag.
Ein Fehler auf der MSN Webseite, verursachte Paßwortabfragen auf den Schirmen der Nutzer, die einige Sorgen, um ein eventuelles "Trojanisches Pferd"-Programm, ein Programm zum Stehlen von Paßwörtern, bereiteten. MS sagte, das Problem wurde vom dynamischen publishing System verursacht, wenn ein Staffer vergesse, das Paßwort an die nächste Seite weiterzugeben.
Letzten Monat veröffentlichte MS eine frische Version des Service Packet 2 für Office 97. Alle Probleme mit dem alten SP2 seien behoben worden. Anwender, die SP1 installiert hatten, meldeten Probleme bei der Installation der alten Version von SP2. Das euphemistisch dargestellte Bug Patch behebt auch Probleme, die es bei Kalkulationen mit Excel gegeben hat, hat ein EURO Update, eine Korrektur für Access ComboBox Recording, eine year-2000 Update und einige andere Fehlerkorrekturen.
Das vierte Service Pack für Windows NT 4 wurde letzte Woche veröffentlicht mit einigen Features ähnlich denen des SP2 für Office 97. Aber die gewöhnlichen Probleme der Hardwareinkompatibilität, Softwarekonflikte und Einstellungsänderungen sind wieder da. Außerdem muß man sich beim Download mit der schlachten MS Webseite herumschlagen, wenn man nicht 20$ für die CD Version opfern will.
In unserer letzten Ausgabe vermuteten wir Windows 2000, Office 2000 und IE5 würden alle gleichzeitig ausgeliefert. Tester, die Betas von IE5 und Office2K verwendeten, bestätigten nun, daß IE5 und Office2K zusammen mit Windows 98 Service Packet 1 (nicht Windos 2000) Anfang 1999 ausgeliefert würden. Wahrscheinlich um wenigstens einige der Produkte statt Mitte 2000 vor dem Ende des Jahres 1999 ausliefern zu können. Windows 2000 wird das wahrscheinlich nicht schaffen.

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[CopyrightStab] Saturday, 16-Nov-2002 17:22:42 EST