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December 07, 1998.
Win2K gegen Novell; "Piss" Spiel im Gerichtssaal
Microsoft interne Quellen der Beta Tester sagen jetzt, dass die dritte Beta von Windows 2000 das Licht der Welt gegen Ende Februar oder Anfang Maerz naechsten Jahres erblicken wird. BetaNews.com berichtet jetzt ebenfalls, dass die Beta Version im Februar rauskommen wird. Die letzte Version wird --wie berichtet wird-- eine aktuellere Dokumentation haben, die dieNamensaenderung von NT 5 nach Windows 2000 seit Beta 2 bruecksichtigt. Die selben Quellen sagen allerdings auch, dass Microsoft angeordnet hat diese Version auf keinen Fall ueber eine aeltere Beta zu installieren, da dies zu neuen Bugs, Loechern, Inkompatibilitaeten und anderen Fehlern fuehrt. Trotz dieser zahlreichen Bugs bleibt Microsoft dabei, dass Windows 2000 im Herbst 1999 ausgeliefert werden wird.
Sie muessen sich mit Win2K beeilen, da Novell letzte Woche eine Produktlinie angekuendigt hat, die eventuell die Verkaufzahlen des o.g. Betriebssystems
uebertreffen koennten. Seit ersten Dezember liefert Novell NDS fuer NT 2.0. Dieses Produkt stellt das NetWare "look and feel" auf einem Windows NT Server zur verfuegung. Diese neuere Software stellt eine grosse Verbesserung gegenueber aelteren Versionen dar, da die frueheren Versionen darauf angewiesen waren, dass ein NetWare Server in einem NT Netzwerk laeuft. Jetzt bietet Novell einen "Replica" genannten Server an, der ermoeglicht, dass ein Admin ein NDS mit oder ohne einen echten Novell Server einrichten kann. Dies kommt direkt aus Mircosofts eigenem "einvernehmen und erweitern" Handbuch und es sollte ein schwerer Schlag gegen Microsoft werden, denn es entpricht dem was Mircosoft mit anderen Firmen normalerweise macht. Ein
schwerer Schlag vorallem, denn Mircosofts eigene ActiveDirectory Technonolgie wird wahrscheinlich erst in einigen Jahren verfuegbar sein. Fuer eine begrenzte Zeit wird Novell den Netware 4 und 5 Nutzern ein freies NDS fuer NT Version 2.0 Replica Server fuer jede nachgewiesene Netware Lizens
anbieten. Fuer alle Anderen betraegt der Preis $695 (ca. 1150,-DM) fuer den Replica Server und $26 (ca. 43,-DM) pro Nutzer.
NOTIZEN AUS DEM VERHANDLUNGSSAAL: Notizen aus dem Gerichtssaal: Bevor eine neue Woche im Gericht eingeleutet wird, hat Microsoft mehrere Millionen Dollar fuer Anzeigen in den Sonntagsauflagen der groessten Zeitungen in den USA augegeben. Diese "Der Gang des Marktes" genannten Anzeigen behaupteten, dass America Online's Aufkauf von Netscape [siehe unten] die Woche zuvor zeigt, dass keine einzige Firma den Computermarkt beherrscht. Die Anzeigen sagten richtigerweise aus, dass "der Markt sich besser und schneller um den Konsument kuemmert, als dass es die Regierung je koennte", verschwiegen jedoch wie _Microsft_ gedenkt sich um den Consumenten zu kuemmern. Als der Prozess
am folgendem Montag wieder aufgenommen wurde wies der fuehrende Anwalt der Regierung darauf hin, dass diese Anzeigen nichts mit der Sache an sich zu tuen haben, weil AOL und Netscape keinen Einfluss auf Microsofts "wuergegriff" Monopol im Bereich der Desktop Betriebssysteme habe.
Danach hat Boies den Wirtschaftsexperten und Zeugen Frederick Warren-Boulton noch mal in den Zeugenstand gerufen. Am fuenften Tag seiner Aussage erklaerte Warren-Boulton, dass Microsoft solch eine Monopolstellung haette bei der es "moeglich ist den Preis fuer ihr eigenes Betriebssystem zu erhoehen, ohne dass sie Absatzschwierigkeiten befuerchten muessen" bei den PC Herstellern. Die Befragungen gingen bis Donnerstag, als Microsoft Anwalt Michael Lacovara ihn fragte ob AOL's Aufkauf von Netscape den Konkurrenzkampf im Browser Markt verschaerfen wuerde. Warren-Boulton anwortete darauf,
dass er "nicht darauf wetten wuerde, wenn er Wetter waere."
Am Mittwoch hat die Regierung zum Beginn Sun Vizepraesident and Java erfinder James Gosling in den Zeugenstand gerufen. Gosling gab zu, dass Java bis jetzt noch nicht erfogreich mit seinem Versprechen des "write once-run anywhere" (einmal schreiben-ueberall laufen) gewesen sei, sagte aber das dies nach wie vor ihr Hauptziel sei. Er bezuegte, dass Microsoft teilweise fuer die Unzulaenglichkeiten von Java zu beschuldigen sei,
weil die Firma eine nur-Windows Version der Sprache entwickelt habe, "eben genau etwas was die Java Technologie versuchte zu vermeiden."
Spaeter dann am Mittwoch wurde ein Video gezeigt in dem Bill Gates zugab, dass seine Firma zu einem bestimmten Zeitpunkt besorgt war, dass Java Windows untergraben koennte. Jedoch bestritt Gates, dass Mircosoft Entwickler davon wegdraenge Produkte fuer Java anstatt fuer Windows zu entwickeln. In dem Video wurde Gates eine E-Mail gezeigt die von einem Microsoft Mitarbeiter 1996 verfasst worden war. Die Notiz ewaehnte unter anderem, dass "das JDK [Java Development Kit] 1.2 das JFC enthaelt, das wir bei jeder Gelegenheit runtermachen (im Original "pissing on") werden." Als Gates gefragt wurde, was dieser Mitarbeiter mit "pissing on" meine, hat dieser gesagt, dass "wir damit klar machen, dass wir nichts damit zu tuen haben [wollen]." Wir wagen zu sagen, dass die meisten Woerterbuecher eine andere Definition des Wortes aufzeigen.
Am Donnerstag hat Microsoft das Gegenteil von dem getan, was es Tags zuvor tat und erbrachte einen Beweis um zu zeigen, dass Java ein Opfer seiner eigenen Langsamkeit und Inkompatibilitaet ist. E-Mails von Sun zu Netscape und Artikel von verschiedenen Magazinen sollten zeigen, dass Sun sich mehr wettbewerbswiedrig verhalte als Microsoft. David Boies wies nochmal darauf hin, das der Beweis vom eigentlichen Kern des Kartellverfahrens abirre und "unterbreiten wolle, dass Java wirklich keine grosse Bedrohung dargestellt habe."
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