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Dec. 21, 1998.
Microsoft kauft große Bandbreiten; Gericht schliesst fuer `98; Java
Berufung; Microsoft's 'Goldenes Händchen'
Am 14ten Dezember hat Microsoft bekanntgegeben, dass es einen 1,33 prozentigen Anteil an Qwest hat, eine Start-Up Telekommunikationsfirma. Die 200 Millionen Dollar Investition wird Microsoft Zugriff auf das weltweit größte Glasfaser Packetdatennetzwerk ermoeglichen. Dies würde den großen Bedarf nach Bandbreite stillen den die Firma hat und eröffnet neue Verteilungsmethoden für Windows und eventuell stellt es auch eine neue Backbone zur Verfügung für Internet Dienste wie MSN, WebTV oder etwas zu diesem Zeitpunkt unbekanntes. Als Gegenleistung bekommt Qwest Zugriff auf Mircosoft Produkte (nicht, daß eine Telekommunikationsfirma besonderen Bedarf daran hätte). In der Zukunft werden die beiden Firmen vielleicht gemeinsam interaktives Fernsehen oder ähnliche breitbandigen Dienste anbieten.
NOTIZEN AUS DEM VERHANDLUNGSSAAL: Ebenfalls am 14ten Dezember sagte der technische Experte Edward Felten Richter Jackson wie Microsoft absichtlich verschiedene Funktionen in einige Windows Dateien mischte, so daß diese die Abhängikeit vom Internet Explorer mehr vergrößert haben als dies sonst nötig gewesen wäre. Doch der Professor der Princeton Universität - dem Zugriff auf Microsoft's streng gehüteten Source Code und technischen Unterlagen zu Windows gewährt worden war - erklärte, dass er keinen "Grund gesehen habe, daß Microsoft aus technischen Gründen gezwungen war dieses Design zu wählen. .. Einiges hat mit Web surfen zu tun and einiges nicht."
Darauf zeigte Felten ein 30 minütiges Video von einem kleinem Programm, daß die IE-Abhängigkeiten von Windows98 entfernt. Microsoft beschwerte sich,
denn Felten's Methode würde einige Windows Funktionen verlangsamen, doch Felten sagte er hätte keine Geschwindigkeitsprobleme bemerkt. Er sagte, daß dieses Vorgehen funktioniert hätte bis er eine Kopie seines "beseitigungs" Programmes an die Firma ausgehändigt hätte. Der Richter sprang darauf hin sofort ein und fragte: "Wollen sie mir sagen, daß die Informationen die in ihrem Code den sie als Teil ihrer Entdeckung im September freigaben Microsoft dazu veranlassten ihr Produkt zu verändern?" Daraufhin antwortete Fetlen "Ja."
Anschliessend hat Felten einen Vergleich zwischen dem Benutzen eines Web Browsers und eines Schraubendrehers angestellt: "Sie [Microsoft] gehen
bereits den nächsten Schritt und kleben den Schraubendreher an meine Hand. Es ist schwierig dann einen anderen Schraubendreher oder ein anderes Werkzeug zu benutzen. ... Es ergibt sich kein Vorteil durch das ankleben eines Schraubendrehers an meine Hand." Die Zeugenaussage wurde am Montag abgebrochen, da Microsoft einen Rückzieher machte nachdem Richter Jackson sagte der Anwalt der Firma Dave Heiner würde "Wort Spielchen" machen um die Zeugen aufs Glatteis zu fuehren.
Das DOJ beschließt das Jahr am Dienstag und Mittwoch in dem es weitere Videoaufnahmen von Bill Gates' Aussage zeigt. Ein Clip zeigt den führenden Anwalt der Regierung David Boies wie er Gates Fragen stellt die eine Reihe von Notizen betreffen, die dieser 1994 über die Beziehung von IBM und Lotus schrieb. "Warum hilft IBM Lotus so viel?" schrieb Gates in einer Meldung an den Senior Vizepräsidenten Joachim Kempin. "Gibt es irgendwas, was wir da machen können?" Kempin schrieb als Antwort, daß Microsoft eine "WW [world wide = weltweite] Eingreiftruppe ("hit team") braucht, die IBM im großen Stil angreift. Hierbei sollte die OEM Beziehung (Anm. d. Übersetzers: IBM stellt einem OEM für Microsoft dar) als Druckmittel angewendet werden." In dem Video fragt Boies dann Gates ob Kemplin vorgeschlagen hätte, "daß man die OEM Beziehung zu IBM als Druckmittel einsetzen solle" um IBM davon abzubringen Lotus Produkte zu fördern. Nach ein wenig bohren, sagte Gates schließlich "Es ist eines der Dinge die er erwähnt, aber es ist kein Vorschlag."
Am Mittwoch überraschte Richter Jackson das Gericht in dem er Microsoft erlaubte Einblicke in Papiere von America Online zu nehmen, die den Aufkauf von Netscape betreffen. Diese Anordnung erhöhte die Microsoft Aktien um $4.50 (c.a. 7,50DM) auf ein neues Rekordhoch von $135.13, bevor er zum Börenschluß bei $133.75 (c.a. 223,-DM) lag. Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch keine Aussagen darüber ob AOL darum kämpfen wird die Dokumente geheim zu halten. Das Jahr endete am Mittwoch mit meheren Stunden Videoaussage von verschiedenen Industrievertretern, wobei die meisten Leute im Gerichtsaal einschliefen oder gingen. Der Fall wird wieder aufgenommen am 4. Januar.
Gerade als Microsoft sich dazu durchgerungen hatte mit der Anordnung übereinzustimmen, hat die Firma Berufung gegen die Einstweilige Verfuegung eingereicht, die ihr verbietet Produkte die Java enthalten zu veräussern. Das Ungetüm ("The Behemoth") hat jetzt 28 Tage Zeit um die Berufung beim 9ten U.S. Circuit Court of Appeals
in San Francisco einzureichen. Der Entscheid der vom U.S. Bezirksrichter Ronald Whyte am 17. November ausgeschrieben wurde, ordnet an, dass Microsoft den Internet Explorer, Windows98 sowie diverse andere Produkte innerhalb von 90 Tagen in volle Übereinstimmung mit dem Java Standard
bringen muß oder die Auslieferung einstellen müsse. In dem Berufungsverfahren hat Microsoft sich Einverstanden erklärt und breits einige Updates für die Java Kompatibilität verfügbar gemacht, obwohl die Firma Richter Whyte um die Verlängerung der 90 Tage Frist um 30 Tage gebeten hat.
Sun sagte, man wolle sich Kommentare sparen bis das ganze Berufungsverfahren durch ist.
Microsoft wird schon wieder Verklagt. Diesmal von einer Hardwarefirma für ergonomische Geräte die Goldtouch heisst und behauptet, daß das zum Patent ausgeschriebene Mouse Design von dem Software Giganten geklaut wurde. In einem Treffen im September 1997 hat Goldtouch sein Design MS vorgestellt in der Hoffnung eine Lizensvereinbarung abschließen zu können, was jedoch zurückgewiesen wurde. Nicht viel später hat Microsoft seine IntelliMouse Pro vorgestellt, die Features aufweist, die typisch für das Goldtouch Design sind wie die gummierten Seiten und eine ähnliche ergonomische Form sowie andere Features. Goldtouch beschuldigt Microsoft des Raubes von Handelsgeheimnissen, Patentverletzung und Gewinnausfällen und verlangt eine Summe von $1 Milliarde plus den Ausgleich von Schäden. "[Nur harte] Bestrafung beduetet Strafe. Betrachtet man die Größe Mircosofts so muss es schon eine beachtliche Summe sein um die Strafe effektiv zu machen," sagte der Präsident von Goldtouch Mark Goldstein. Microsoft ist noch dabei die Behauptung zu prüfen und hat Stellungnahmen abgelehnt.
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