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Die Microsoft Boykottkampagne - Auf Deutsch

Vorhergehende WocheArchives Jan. 11, 1999.

MSN zu AT&T; Microsoft kauft Virtual Worlds; Universelles PnP

USA Today berichtete am Freitag, daß Microsoft in Verhandlung ist mit AT&T um den MSN Internet Service und diverse andere verlustträchtige Web Angebote zu verkaufen. Dem Bericht entsprechend haben sich AT&T CEO Michael Armstrong und Präsident John Zeglis zu Hause bei Bill Gates beim Abendessen getroffen um den möglichen Aufkauf zu besprechen, ähnlich dem, was mit MSN Canada geschah. Dieser Deal wuerde miteinbeziehen, dass die Telefonfirma die Kontrolle des MSN, des MSN.com Portal und Microsoft's Slate Magazin erhält. Als Gegenleistung für Microsoft würde AT&T WindowsNT benutzen und unterstützen. Dies würde AT&T WorldNet zum zweitgrößten Internet Provider nach America Online machen. Der Deal würde ebenfalls eine verlusträchtige unbeliebte Last von Microsofts Schultern nehmen. Es braucht erwähnt zu werden, dass es den Druck verschiedenster Regierungen auf die Firma verringern würde. Die offiziellen Sprecher AT&Ts haben kein Kommentar zu dieser Geschichte, wohingegen Microsoft angibt die Gespräche würden andauern.

Um die minimale Präsenz im Spiele Sektor zu vergößern hat Microsoft bekanntgegeben, dass es die Virtual Worlds Entertainment mit Hauptsitz in Chicago aufkauft. Virtual World macht hauptsächlich Spiele in der 'BattleTech' Linie, vor allem MechWarrior, MechCommander und deren Nachfolger - eine der bestverkauften Spieleserie überhaupt. Es werden keine Details des Aufkaufes veröffentlicht, aber uns wurde berichtet, dass Virtual Worlds geschluckt werden wird, anstatt eine Tochtergesellschaft von Microsoft zu werden wie WebTV. Da das Arbeiten innerhalb der Microsoft Kolonie jegliche kreativen Teile des Gehirns abtötet, kam man sich von der BattleTech Linie verabschieden, wenn die MechWarrior 3 Version im März geliefert wird.

NOTIZEN AUS DEM VERHANDLUNGSSAAL: Am 29ten Dezember, bevor die Verhandlungen wieder aufgenommen wurden, hat das Justice Department die geschriebene Aussage des Intuit CEO William Harris vorgelegt. In seiner Aussage beschreibt Harris, daß er dem Zusammenschluß von Intuit mit Mircosoft 1994 zustimmte, weil er befürchtete, daß Microsoft die Firma sonst anderweitig auslöschen würde. Es deutete ebenfalls an, daß das Ungetüm ("The Behemoth") Software Herstellern Angebote machte die eine bevorzugte Behandlung vorsahen, wenn diese loyal zum Internet Explorer blieben. Er beendete seine Aussage mit einem Plädoyer in Richtung Justice Department um eine wie er es nannte "Betriebssystemneutralitäts" Prinzip zu erzwingen. Microsoft weiste die Angriffe zurück und sagte diese wären "spekulativ" und "hypothetisch" und versuchte c.a. 50 Absätze der Aussage von den Gerichtsdateien zu löschen.
Als das Gericht die Sitzung am 4ten Januar wieder aufnahm, hat Harris persönlich ausgesagt, weshalb Compaq Intuit's Quicken nicht mehr auf neuen PCs anbot: Microsoft drohte die Windows Lizenzen sonst zurückzuhalten. Daraufhin erklärte er, daß Intuit sich dazu entschied Quicken '98 ausschließlich mit dem Internet Explorer auszuliefern, damit man eine günstige Ausgangsstellung für die Active Channels Leiste in Windows zu haben. Dann in einem Kreuzverhör gab Harris zu, daß der Netscape Browser ebenso gut mit der Software funktioniert hätte wie der Browser von Microsoft, jedoch sagte er, daß es mehrere Faktoren gab die für diese Entscheidung ausschlagebend waren. Nach dem Kreuzverhör haben die Anwälte der Regierung ein weiteren Teil der Videoaussage von Gates gezeigt in dem BillG verneinte sich an irgendetwas im Zusammenhang mit dem 1997ger Deal erinnern zu können, was Intuit davon abgehalten hätte mit den Netscape zu bundlen. Regierungsanwälte haben dann den Beweiß erbracht, daß Gates dem Deal zugestimmt hatte und Harris bestätigte, daß Gates hinter der Sache stand.
Am Donnerstag dann hat das Gericht die geschriebene Aussage des MIT Wirtschaftsprofessor Franklin Fischer freigegeben. In der Oktober Aussage, gab Fischer an, daß Microsoft darauf aus war Netscape zu zerstören und "genaue Studien erstellt habe die Netscape´s Einkommensquellen betrafen und was Netscape benötigt um zu überleben" um herauszufinden, was der kleinen Softwarefirma am effiktivsten Schaden zuführen könnte. Das Gericht beschloß ebenfalls mehrere sichergestellte EMails von Microsoft zu veröffentlichen. Besonders ewähnen sollte man diejenige in der Vizepräsident Jim Allchin Cross-Plattform Software (Software die auf verschiedenen Betriebsystemen läuft; Anm.d.Übers.) als Krankheit innerhalb Microsoft bezeichnet.
Während die geschriebene Aussage durch die Presse ging, hat Microsoft darum gekämpft die Aussagen des Ökonomen in ihrem Umfang zu begrenzen. Sie fragten Richter Thomas Penfield Jackson ob man Fischer dazu bringen könne seine Analysen über die Verträge von Hardwarefirmen mit [MS] hinter geschlossenen Türen zu halten, weil diese Analyse (welche dem freigegebenen Report fehlten) einige "sensible, geheime Informationen" darüber enthalte wievel die Firma für Windows von den Computerherstellern verlangt.
Die Aussage des Ökonomen ging voran wie geplant mit ein paar oberflächlichen Fragen der Regierungsanwälte, die bezweckten die geschriebene Aussage zu stärken. Dann hat Microsoft´s Michael Lacovara das Kruezverhör mit dem 12ten Zeugen mit einer Salve von Fragen bombardiert, wobei es oft passierte, daß eine Frage gestellt wurde, ohne das Zeit für die Antwort der vorigen Frage war. Während Richter Jackson offensichtlich zornig wurde, hat Lacovara Fischer nach den Einfluß von dem Zusammenschluß Netscape mit AmericanOnline gefragt. Bevor er antworten konnte, hat Richter Jackson ein Interview mit AOL´s Steve Case geführt, in dem ausgesagt wurde, daß "Die Hauptaussage des Artikel ist, daß es keine Anzeichen dafuer gibt, daß das neue Konsortium gegen Microsoft konkurrieren wird". Dann fragte er die Anwälte beider Seiten ob sie planen Case als Zeugen zu bringen und fügte den Artikel der Washington Post zu den Beweißstücken.
Am Donnerstag tritt Microsoft noch ein letztes Mal gegen Fischer an. Michael Lacovara deutete an, daß viele der Zitate die er benutzt hatte ähnlich denen seien, die Frederick Warren-Boulton, ein Volkswirtschaftler der früher im Verfahren ausgesagt hatte, benutzt hatte. Lacovara fragte ob die beiden zusammengearbeitet hätten, "oder ob es sich um ein ´Genies denken ähnlich [Phänomen]´ handele?" "Ich denke, ich würde keinen von uns als Genie charakterisieren, wenn ich unter Eid aussage," sagte Fischer, was Gelächter beim Richter und im Gerichtssaal hervorbrachte. Aber er erklärte weiter, daß es nicht schwer gewesen sei diese passenden Zitate als erster zu wählen. Der Anwalt fuhr fort, indem er Fischer eine Reihe von Fragen stelte, die andeueteten, daß die meisten Computerhersteller es vorziehen würden einen vorinstallierten Browser zu haben, der mit dem Betriebssystem kommt. Fischer antwortete, daß wenn Microsoft einen Browser auf der Welt erzwänge "dies es einfacher machen würde ... aber das hätte nichts mehr mit Wettbewerb zu tun ... Wir würden dann in einer Mircosoft Welt leben - Es wäre vielleicht eine schöne Welt, aber es ist nicht vom Wettbewerb und nicht vom Konsument gesteuert."
Diese Woche: Die abschließende Aussage von Fischer, gefolgt von Microsoft´s erstem der 12 Zeugen. Es wird Richard Schmalensee erwartet, ein Professor und füherer Student von Mr. Fischer. Es wird auch erwartet, daß Microsoft wieder Richter Thomas Penfield Jackson beten wird, das Verfahren aufzugeben bevor die Zeugen eingebracht werden.

Am 21ten Dezember hat der Richter des Santa Clara County California Superior Court Blue Mountain Arts zugesichert eine vorübergehende Anordnung zu erlassen die Microsoft dazu zwingt informationen herauszugeben die das Desgin der Grußkarten beschreiben, das ihnen ermäglicht durch die Filter in Microsoft EMail Programmen zu kommen. Blue Mountain verklagte Microsoft Anfang Dezember [wir hatten darüber berichtet] in dem es behauptete das [MS] Filter in ihren Outlook, Outlook Express und WebTV EMail Programmen eingebaut hätte die ihre EMail Grusskarten als "Spam"" (gemeint sind EMails zu Werbezwecken; Anm.d. Übers.) ausweisen würden. Microsoft sagt, dies wäre einfach ein Fehler gewesen, doch Blue Mountain bleibt bei seinen Anschuldigungen und hebt hervor, daß die Problem erst auftauchten, als das Ungetüm ("The Behemoth") anfing einen konkurrierenden Service auf MSN einzurichten.

Auf der Consumer Electronics Show letzte Woche in Las Vegas stellte Microsoft seine Lösung vor die Sun´s Jini Technology schlagen soll: Universal Plug and Play. Das neue Protokoll, eingeführt von Senior Vizepräsident Crag Mundie, ist entwickelt worden um es zu ermöglichen Geräte wie PCs, Drucker und sogar Überwachungskameras als gleichberechtigt über ein Heimnetzwerk miteinander zu verbinden und sofort Resourcen zu teilen - ähnlich der Funktionalität die bereits mit Jini möglich ist. Microsoft gibt an, daß die Universal PnP Geräte bereits zu Weihnachten 1999 geliefert werden, aber die meisten Industrieanalysten bezweifeln diesen Zeitrahmen. Das letzte mal, als wir nachgesehen haben hatte Microsoft noch nicht einmal ein funktionierendes einfaches PnP in seinem Windows NT. Und jetzt versprechen sie, sie hätten eine verbesserte Version in Windows 2000 eingebaut. Diese Geschichte wandert in den Ordner für "Vaporware" (Gemeint ist die Ankündigungstaktik von MS;Anm.d.Übers).

Der Anwalt Stephen Strong gab bekannt, daß Microsoft einen neuen Vertrag für freie Mitarbeiter vorgelegt hat. Dieser Vertrag soll verhindern, daß diese die Vorteile einstreichen können, die in den gegen Microsoft geführten Prozessen erstritten wurden. Strong, der einen der Prozesse geführt hatte, sagt, mit dem neuen Vertrag haben die freien Mitarbeiter die 'Wahl', entweder ihre Jobs aufzugeben, oder auf die erstrittenen Vorteile zu verzichten. In dem vor weniger als 6 Monaten vorgelegten Vertrag heißt es im Detail: "Auch wenn ein Gericht oder eine Behörde feststellen sollte, daß Microsoft und freie Mitarbeiter ein reguläres Beschäftigungsverhältnis eingegangen sind, ... berechtigt dies die freien Mitarbeiter nicht zum Bezug von ... Differenzzahlungen, Zusatzzahlungen, Übernahme von Versicherungsleistungen und Steuerzahlungen, oder Erstattungen irgendwelcher Art".
Die freien Mitarbeiter erhielten die geänderten Verträge als Ersatz für ausgelaufene Verträge im Sommers 1998. Dan Leach, ein Microsoft-Sprecher, betonte daß niemand die Unterzeichnung abgelehnt habe, gab aber auch zu, daß jeder, der nicht unterzeichnet, seinen Job verliert. Microsoft gibt keine offiziellen Zahlen heraus, aber von den 20.000 Mitarbeitern in Seattle sind schätzungsweise 5.000 bis 6.000 freie Mitarbeiter.

Wie erwartet veröffentlichte Microsoft während der Macworld Expo den Internet Exploder 4.5 für den Mac. Er verfügt über Drag'n Drop–Fähigkeiten ähnlich wie Office 98, und hat Features wie FormAutoFill, welches es ermöglicht, Online Formulare durch gespeicherte Informationen auf Knopfdruck zu füllen - ein Feature, welches der Opera-Browser schon seit Monaten hat. Seltsamerweise kam dieser Feature nur wenige Tage nachdem ein Patch für ein 'theoretisches' Sicherheitsloch im IE für Windows veröffentlicht wurde. In dem spielt Web Page Framing zufällig auch eine Rolle.

Nach einer Studie, die Freitag von der Consumer Federation of America, dem Media Access Project und der US Public Interest Research Group herausgegeben wurde, hat Microsoft mehr als 10 Milliarden Dollar Gewinn dadurch gemacht, daß sie ihre "Betriebsysteme" überteuert abgeben. Mit $35 bis $45 Gewinn kommt Microsoft auf eine Marge von 35% am Gesamtpreis - bei einem branchenüblichen Satz von nur 6%. Die Studie stellt außerdem heraus, daß die Kosten der Computersysteme in den letzten Jahren dramatisch gefallen sind, während der Preis für Microsoft's 'Betriebsysteme' seit 1990 um 160% gestiegen ist. Microsoft kontert mit einer Gegenstudie, in der dargestellt wird, wie andere Betriebsysteme, besonders Linux und das alljährlich totgesagte OS/2, dem eigenen Windows Marktanteile abgenommen haben. Außerdem sei der Preis gerechtfertigt, da "...die Kunden nach Windows verrückt seien ...". Von den oktroyierten Windows-Systemen war allerdings nicht die Rede.

Als ein Teil der Microsoft-Kampagne gegen "Cyber-sqatting" hat M$ nun zwei Texaner verklagt, die Domänenregistrierungen mit dem Wort 'Microsoft' darin halten. Die Beiden wurden schuldig befunden, gegen Urheberrechte verstoßen und die Öffentlichkeit getäuscht zu haben, indem sie die Domänen 'microsoftwindows.com' und 'microsoftoffice.com' registriert haben. Microsoft entschloß sich erst zur Klage, nachdem die Texaner 50.000$ für die Domänen haben wollten. Der Monopolist erklärte, daß die Männer "Vorteile" aus den Urheberrechten gezogen hätten, ohne aber zu erwähnen, daß M$ selber Vorteile aus angeeigneten Urheberrechten - wie Windows2000 oder Internet Explorer - gezogen hat.

In Kürze:Letzen Montag hat Microsoft die Preistruktur für Office2000 bekanntgegeben. Demnach werden die die Preise gegenüber der momentanen Office Version ungefähr gleich bleiben, von $209 für ein Standard upgrade bis $799 für ein Premium upgrade (enthält Frontpage 2000 und ein Grafikprogamm).Wer sein Office 97 nach dem 1.1.99 gekauft hat, bekommt ein kostenloses Upgrade.
Sowohl Microsoft wie auch Bristol Technologies haben die Entscheidung von Richterin Janet Hall am 31.12 als Sieg gewertet: Die Richterin hatte ein einstweilige Verfügung abgelehnt, nach der Microsoft dem Quellcode von NT aushändigen muß. Andererseits hat sie auch die Einstellung des Verfahrens abgelehnt. Der Gerichtstermin wurde auf den 1.Juni festgesetzt. Bristol hatte M$ verklagt, nach dem diese eine Vertragsverlängerung abgelehnt hatten, die Bristol Zugriff auf den NT-Quellcode gab. Bristol benötigt diesen für die Weiterentwicklung von Wind/U, einem Tool um Windows-Software nach Unix zu portieren.
Die beiden Männer, die Gates letztes Jahr in Brüssel mit einer Torte verschönt hatten wurden zu einer Strafe von $88 wegen minderschwerer Gewalt verurteilt. Der geistige Urheber der Attacke, Noel Godin, wurde nicht verurteilt.
Während der TV-Kanal ums Überleben kämpft, ist die Internetseite von MSNBC die meist frequentierte Newsseite des Internet: Nach Erhebung von Media Metrix gab es im November 4,69 Millionen unterschiedliche Besucher, verglichen mit 3,98 Millionen Besuchern für CNN, der zweitplazierten Seite. Ob die Zunahme an der engeren Integration mit Microsoft's MSN-Seiten oder am generellen Anstieg der Web-Nutzerzahlen liegt wurde nicht gesagt.

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