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Mar. 01, 1999.
Extra Berichterstattung vom Kartellverfahren; IE5 kommt Mitte Maerz
NOTIZEN AUS DEM VERHANDLUNGSSAAL: Microsoft hat eine neue unglückliche Woche im Gericht begonnen, in dem sie den General Manager Dan Rosen in den Zeugenstand gerufen haben. Dort sagte Rosen aus, er hätte 1995 eine EMail geschrieben, jedoch nicht gesendet, die vorschlug den Browser Markt mit Netscape aufzuteilen. Regierungsanwälte haben dann eine Dokumentennummer vorgelegt mit der sie bewiesen, daß die Meldung von einer Inbox (=Eingangs Post) eines anderen Microsoft Mitarbeiters kam. Dies wiederum bedeutet, daß die Meldung gesendet wurde. Der Zeuge änderte schnell seine Geschichte, und sagte er hätte die Meldung wohl gesendet, aber nur zu dieser einen Person. Rosen fuhr fort und behauptete, er hätte Netscape nie als eine gefährliche Konkurrenz für seine Firma angesehen. Dies widersprach den Aussagen von Microsoft Executiven Paul Maritz und Brad Chase und einer EMail von Bill Gates.
Rosen hat daraufhin dem Anwalt der Regierung, David Boies, erzählt er hätte nie eine Windows 95 Version des Netscape Navigators gesehen bis Juli 1995. Boies fragte ihn ob er sich richtig daran erinnere, und ob es April oder Mai 1995 war. Rosen antwortete, daß es mit Sicherheit im Mai passiert war. Boies zeigte eine EMail, in der Rosen im April des selben Jahres über ein Treffen mit Netscape diskutierte, wo er eine Kopie des neuen Programms erhalten hatte. Die Eingeständnisse die die Aussagen von Rosen beinhalten, von denen er sagt er wäre falsch verstanden worden, führten zu einem Gelächter im Gerichtssaal und einem lauten Seufzen von Richter Thomas Penfield Jackson. Kurz danach hat Boies sein Kreuzverhör eine Stunde früher abgebrochen, mit der Begründung, der Zeuge hätte seine Unglaubwürdigkeit bewiesen.
Microsoft Executive Eric Engstrom hat am Dienstag den Zeugenstand betreten. Obwohl Engstrom's geschriebene Aussage sich hauptsächlich mit Behauptungen beschäftigt, die sich darum drehen, daß Microsoft Apple gefragt hatte den Multimedia Softwaremarkt aufzuteilen, hat Malone die meiste Zeit des Nachmittags damit verbracht sich mit den Beziehungen der Firma mit Netscape und Intel auseinanderzusetzen. In einer in 1997 verfassten EMail hat Engstrom geschrieben Microsoft sollte DimensionX kaufen, befor Sun es tut. Boies spekulierte, daß Microsoft DimensionX haben wollte, weil die Firma fuer Software Werkzeuge ein Produkt besaß, von dem jemand innerhalb Microsoft dachte, es handle sich um ein wichtigen Teil Software um HTML Seiten zu schreiben, die auf dem Netscape Browser laufen.
Am nächsten Tag hat Engstrom die Aussage von Apples Avadis Tevanian angegriffen, der im November ausgesagt hatte Microsoft hätte Routinen in Windows eingebaut, die Fehlermeldungen zeigten sobald Apples Quicktime benutzt würde. Der Zeuge behauptete, daß sein Job in Gefahr war aufgrund der Aussage von Tevanian. Jedoch gab Engstrom zu, daß Microsoft wollte, daß Apple sein QuickTime aufgiebt, und anstelle ein Produkt von Microsoft benutzt. Er begründete dies damit, daß es einfach "dumm" für die Firmen sei ihre Arbeit zu verdoppeln.
Nach der Mittagspause, wurde der in Deutschland geborene Microsoft Seniorvizepräsident Joachim Kempin aufgerufen, um auszusagen. Er began damit ein weiteres Microsoft Video zu zeigen (sieht so aus, als ob sie es jetzt mittlerweile gelernt haben) in dem offensichtlich Acer, Compaq und Sony gezeigt wurden, die alle einen nicht-Microsoft Webbrowser mit ihren Maschinen ausliefern. Videos zeigten auch, wie jede dieser Firmen es seinen Kunden erlaubt einen Internet Dienst einzurichten, ohne den nutzen zu müssen, der durch den in Windows eingebauten "Internet Connection Wizard" angeboten wird.
Kurzgefasst sagte Kempin, daß Microsofts Verhältnisse zeigen, daß kein Monopol vorläge und MS sehr wohl ein Mitstreiter in einem schwierigen Markt sei. Als er jedoch gefragt wurde gab Kempin zu, daß es den Computerherstellern nicht möglich war die Registrations-Routinen zu verändern bis Windows 98 geliefert wurde. Acht Monate nach dem das Department of Justice Microsoft
1997 verklagt hatte. Der Zeuge gab auch zu, daß die Registrierungstechnik die von Compaq benutzt worden war nicht in Übereinstimmung mit dem ursprünglichem Vertrag mit Microsoft war und daher separat verhandelt werden musste. Aber er verteidigte diese Vorgehensweise und erklärte, daß seine Firma nur den Geistigen Besitz [intellectual propery rights] schützen wollte. Einem Computerhersteller zu erlauben die Startgrafik zu ändern oder ein Icon zu entfernen, wäre so als ob man ein Kapitel aus 'Moby Dick' rausreißt.
Kempin bestätigte darauf, daß Mircosoft den OEMs finanzielle Unterstützung anbot, wenn diese ihre Startgrafiken so abändern, damit sie mit den Lizensbestimmungen wieder übereinstimmen. Aber nach ein kleinen Weile später, als Boies fragte warum Microsoft die Computerhersteller "bestechen" musste, damit diese den IE benutzen, hat der Zeuge seine Aussage geändert: "Unsere Lizensbestimmungen haben den PC Herstellern nie erlaubt dies zu tun." "Haben Sie mir nicht zwei Minuten zuvor gesagt sie könnten?" fragte Boies. "Wenn ich das gesagt haben sollte, so war es
falsch," antwortete Kempin. Die Aussage wurde dann mit einer Debatte vorgeführt, die sich darum drehte ob Kempin die Fragen verstanden hat oder nicht, da English nicht seine Muttersprache ist.
Am Freitag hat ein weiterer Microsoft Seniorvizepräsident, Robert Muglia, über Java ausgesagt. Nach einer wenig erwähnendswerten Aussage hat Richter Jackson das Verfahren für 6 Wochen zu unterbrechen, damit jeder der mit dem Verfahren zu tun hat, Zeit bekommt um andere Dinge zu erledigen.
Anwälte beider Seiten sagten, sie hätten nun zu entscheiden welche Zeugen sie für ihre Gegendarstellungen aufrufen wollen, wenn der Fall mitte April wieder aufgenommen wird. Die meiste Spekulation betraf Bill Gates. Allerdings haben wir zweifel daran, ob der Microsoft CEO in den Zeugenstand gerufen werden wird, da er sich selber schadet und sich auch selber belasten könnte. Uns sind Gerüchte zu Ohren gekommen, daß America Online's Steve Case aufgeführt werden könnte. Aber es sieht nicht so aus, als ob Case neue Informationen zu den bisherigen Abläufen geben könne. Wie auch immer. Wir werden uns nach den 6 Wochen zurückmelden.
Microsoft hat letzten Montag angekündigt, daß der Internet Explorer 5.0 am 18. März zum Download freigegeben wird. Versionen in 10 verschiedenen Sprachen werden verfügbar sein für Windows 95, Windows 98, NT 4, NT 3.51, Windows 3.x, Solaris und HP-UX. Macintosh Besitzer werden noch bis zum späten Sommer auf den neuen Browser warten müssen. Es war ursprünglich vorgesehen den IE5 mit Office 2000 und Windows 98 SP1 auszuliefern, aber diese Produkte haben sich auf irgendwann später in diesem Jahr verspätet. Eine Händlerversion des IE5 wird erwartet, jedoch hat Microsoft noch kein Datum für diese Version genannt.
Microsoft hat eine "Überwachungskampagne" ("monitoring campaign") erfunden, mit der Web Seiten die eine Auktion offerieren - besonders eBay - überwacht werden können. Dies, um sicherzustellen, daß dort keine geklauten Microsoft Produkte verkauft werden. Wie gemeldet wird Microsoft seine Kampagne mit dem in eBay vorhandenen Schutz vor Softwarepiraterie kombinieren.
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